Ein Spaziergang durch den mittelalterlichen Stadtkern Xantens
Das "Gotische Haus"
Beginnen wir unseren Spaziergang durch Xanten am Rathaus der Stadt, der Karthaus, einem rekonstruierten Kartäuserkloster, das auch der Straße den Namen gab. Auf dem Weg zum Marktplatz der Stadt Xanten kommen wir am ehemaligen Gartenhaus einens Kanonikers vorbei. Es handelt sich dabei um einen Barockbau aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem Marktplatz herrscht ein lebendiges Treiben, besonders an Markttagen. Erwachsene schlürfen einen Kaffee in einem der zahlreichen Restaurants und Cafés, Kinder vertreiben sich die Zeit am Norbertbrunnen. Der Brunnen wurde gebaut zu Ehren des Hl. Norbert, dem Xantener Stiftsherren, der später den Prämonstratenserorden gründete und als Erzbischof von Magdeburg ein bedeutender Reichsfürst wurde. Gegenüber steht das "Gotische Haus" mit seinem Treppengiebel, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute ein Restaurant beherbergt.
Dom St. Viktor
Durch den Torbogen der Michaelskapelle betreten wir die Stiftsimmunität, eine Stadt in der Stadt rund um den Dom St. Viktor, der ehemaligen Stiftskirche. Die Immunität unterstand der kirchlichen Gerichtsbarkeit. Im östlichen Teil befand sich die Bannita, die Gerichtsstätte. Überwacht wird sie von St. Viktor, der als Statue auf einem staufischen Kapitell steht. Mittelpunkt der Stadt und der Stiftsimmunität ist unbestreitbar der mächtige Dom St. Viktor. "Ad sanctos" - "zu den Heiligen" reichen die Ursprünge des christlichen Xanten zurück. Der Legende nach starben hier der römische Legionär Viktor und seine Gefährten im 4. Jahrhundert als christliche Märtyrer, zu deren Gedenkstätte die Gläubigen schon bald pilgerten. Über der Grabeskirche von St. Viktor wurde 1263 der Grundstein zum Dom gelegt, der größten Kirche zwischen Köln und der Nordsee. Die Westfassade mit den staufischen Türmen setzt sich deutlich vom gotischen Kirchengebäude ab.Die Gestaltung des Innenraumes orientierte sich an der Ausstattung des zeitgleich entstehenden Kölner Domes. Als hervorragende künstlerische Arbeiten seien der Hochaltar und der Marienaltar erwähnt.
Die Kriemhildmühle
Wenn wir die Immunität auf der Westseite wieder verlassen und geradeaus in die Brückstraße gehen, sehen wir auf der rechten Seite das Arme-Mägde-Haus (Nr. 9) mit seiner aufwendigen Backsteinfassade und dem gotischen Treppengiebel. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude war von einem Kanoniker gestiftet worden, um alten Frauen, die im Stift gearbeitet hatten, ein Heim für ihren Lebensabend zu geben. Schräg gegenüber des Arme-Mägde-Hauses steht ein weiteres spätgotisches Wohnhaus (Brückstraße 10). Vor Kopf treffen wir auf die rekonstruierte Stadtmauer und die beeindruckende Kriemhildmühle, die nicht nur geschichtliches Zeugnis und eins der Wahrzeichen der Stadt Xanten, sondern auch ein lebendiges Kommunikationszentrum der Stadt ist. Vor der Mühle erwarten rustikale Holzbänke den Gast, der sich zu einem Kaffee und einer gesunden Köstlichkeit niederlassen kann. Denn die Mühle, die von einem Müller täglich betrieben wird, ist auch eine Vollwertbackstube mit Qualitätsprodukten. Die Kriemhildmühle ist auf der Stadtmauer gebaut. Das Gebäude diente im Laufe der Geschichte vor der jetzigen Nutzung als Wohnung des Nachtwächters, als Gartenhaus und Ölmühle.
Das Klever Tor
Sieht man nach links, erblickt man das großartige Klever Tor, ein dreistöckiges Stadttor aus dem 14. Jahrhundert, Relikt der alten Stadtbefestigung. Zwei Rundtürme, die sogenannten Eulentürme flankieren die erste Toröffnung von der stadtabgewandten Seite. Eine brückenartige Zufahrt führt zum Haupttor. Der quadratische Bau hat im Laufe der Zeit verschiedene Nutzungen erlebt. Die schönste ist sicherlich die heutige Funktion als Ferienquartier. Das Tor beherbergt drei gut ausgestattete Apartments. Am Klever Tor biegen wir ein in die Klever Straße mit ihren gemütlichen Cafés, Gaststätten und Geschäften. Vorbei am traditionsreichen Hotel van Bebber kommen wir zum Mitteltor, das früher als "Xantener Mauer" die Stadt teilte: der südliche Teil gehörte dem Erzbischof von Köln, während der nördliche Teil zum Gebiet des Herzogs von Kleve gehörte. Heute beherbergt das Tor die Tourist Information Xanten. Die Tage des hier und im angrenzenden Dreigiebelaus seit 1974 beheimateten Regionalmuseums sind gezählt. Ein Neubau auf dem Gebiet der alten römischen Stadt wird das innerstädtische Museum ersetzen. Hier endet unser kleiner Spaziergang, für den wir Ihnen viel Vergnügen wünschen.
weiterführende Links:
Kontaktinformationen:
Tourist Information Xanten
Kurfürstenstr. 9
46509 Xanten
Telefon: 02801-98300
Internet: http://www.xanten.de






